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KI im Betrieb: Wie Sie als Betriebsrat Chatbots & Co. sicher und smart mitgestalten

Intelligente Chatbots und Sprachmodelle: Chancen und Herausforderungen für Betriebsräte

Die Digitalisierung nimmt Fahrt auf – und mit ihr drängen intelligente Chatbots und Sprachmodelle immer stärker in unseren Arbeitsalltag. Systeme wie ChatGPT, Bard oder Microsoft Copilot verändern die Art, wie wir kommunizieren, Informationen verarbeiten, Texte verfassen oder sogar Entscheidungen treffen. Doch während die technologischen Möglichkeiten steigen, stellen sich für Interessenvertretungen drängende Fragen zu Datenschutz und Mitbestimmung.

Chatbots – was ist heute (schon) möglich?

Chatbots sind längst nicht mehr nur kleine Avatare auf Webseiten, die simple FAQs beantworten. Mit der Integration von GPT-basierten Sprachmodellen eröffnen sich zahlreiche neue Anwendungsszenarien: von automatisch generierten E-Mails und Protokollen bis zu intelligenten Assistenzen in Office-Programmen oder der Automatisierung komplexerer Aufgaben. Microsoft hat sich mit der Integration von GPT-Modellen in Azure OpenAI Service und Microsoft 365 Copilot eine Vorreiterrolle gesichert. Viele Unternehmen werden diese Features – teils ohne großes Zutun – in ihren Arbeitsalltag übernehmen.

Das kennt jede:r aus dem Büro: Text oder Gespräch eingeben, in Sekunden eine smarte Antwort, ein fertiges Protokoll oder sogar Programmiercode als Unterstützung erhalten – das klingt verlockend. KI-basierte Co-Piloten versprechen enorme Effizienzgewinne, mehr Produktivität und eine niedrigere Arbeitsbelastung. Oder etwa doch nicht?

Mitbestimmung und Beschäftigung: Was verändert sich für Beschäftigte?

Die Flexibilität und Power dieser KI-Anwendungen bergen natürlich auch Risiken. Studien zeigen: Generative KI, also Systeme, die Inhalte wie Texte oder Bilder erschaffen, könnten die Produktivität in Unternehmen um bis zu 40 Prozent steigern. Gleichzeitig entstehen aber auch Unsicherheiten:

  • Welche Tätigkeiten werden automatisiert, was passiert mit den freiwerdenden Aufgaben und Arbeitsplätzen?
  • Wie verändert sich die Arbeitsbelastung, wenn digitale Assistenten das Tempo in Teams vorgeben?
  • Wie sichern wir Beschäftigung und entwickeln gemeinsam tragfähige Qualifizierungskonzepte?
  • Wie können Interessenvertretungen proaktiv die Einführung dieser Technologien gestalten?

Die Antworten darauf liegen im Mitbestimmungsrecht: Betriebsräte haben einen klaren Auftrag, Beschäftigungssicherung, Qualifizierung und Gesundheitsschutz mitzugestalten. Denn so smart ein KI-Assistent auch ist – wenn Informationen zu schnell fließen, wächst das Risiko von Stress und Überforderung. Gerade vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel heißt das: Digitalisierung muss den Menschen stärken, nicht ersetzen.

Datenschutz? Geht gar nicht ohne!

Für viele Unternehmen ist die Frage zur DSGVO-Konformität von KI-Angeboten wie ChatGPT noch offen. Datenschutzbehörden in Deutschland und anderen Ländern prüfen aktuell intensiv, ob und wie personenbezogene Daten in Trainingsmaterialien von KI-Modellen gelandet sind. Erlaubt ist die Nutzung nur auf klarer Rechtsgrundlage. Hier stehen folgende Fragen im Raum:

  • Woher stammen die Daten für das Training? Sind darunter persönliche Informationen?
  • Darf ein Dienst wie ChatGPT Nutzungsdaten für weitere Trainingszwecke speichern und verwenden?
  • Wie werden potenzielle Falschinformationen, Diskriminierung oder sogar Verleumdung verhindert?

Große Konzerne wie Samsung oder Banken wie JP Morgan haben aus Sorge um Geschäftsgeheimnisse den Einsatz von ChatGPT sogar verboten oder massiv eingeschränkt. Es besteht die Gefahr, dass vertrauliche Informationen oder personenbezogene Daten über Unternehmensgrenzen hinweg in KI-Modelle eingespeist und beim nächsten Prompt fremden Nutzer:innen ausgespielt werden.

Aber: Wenn Sie als Betriebsrat bei der Einführung mitreden, gemeinsam Regelungen für Zugänge, Datenverarbeitung und Nutzungsergebnisse vereinbaren, können auch KI-Tools wie ChatGPT und Copilot sicher und verantwortungsvoll genutzt werden. Dazu gehört zwingend:

  • Keine Verwertung persönlicher oder vertraulicher Daten für Training oder KI-Anfrage
  • Klare Richtlinien für die Nutzung (schriftlich fixiert, z.B. in einer Betriebsvereinbarung)
  • Technische Voreinstellungen, die den Einsatz datenschutzfreundlich machen
  • Regelmäßige Prüfroutinen und Unterweisung der Beschäftigten

Mitbestimmung als Erfolgsrezept: Ihre Rolle als Betriebsrat

Ob Beschäftigungsschutz, Qualifizierung oder Schutz von Persönlichkeitsrechten: Betriebsräte stehen bei der Einführung generativer KI-Tools an vorderster Front. Sie sorgen mit Betriebsvereinbarungen und offenen Feedbackschleifen dafür, dass Risiken identifiziert und minimiert werden. Testprojekte und Pilotphasen geben die Möglichkeit, die Auswirkungen vor Ort zu beobachten, Erfahrungen der Beschäftigten einzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Das heißt: Öffnen Sie sich für neue Technologien, experimentieren Sie mit, aber bestehen Sie auch auf Kontrolle, Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Gerade weil KI-Modelle auf historischen (und teils verzerrten) Daten beruhen, braucht es Ihre Aufmerksamkeit für Diskriminierung und ungewollte Effekte.

Unser Anspruch: Mensch im Mittelpunkt der KI-Transformation

Klar, intelligente Chatbots rocken die Zukunft der Arbeit. Aber ob ein digitaler Co-Pilot zum Gewinn für Betrieb und Beschäftigte wird, hängt davon ab, wie aktiv Interessenvertretungen die Einführung begleiten. Sie sind das Sprachrohr derjenigen, die tagtäglich mit der Technik zu tun haben – das sollten Sie als Betriebsrat mutig und offensiv einbringen!

In diesem Sinne: Sehen Sie die Chancen, kennen Sie die Risiken und bleiben Sie am Puls der Entwicklung. Denn gerade jetzt – am Anfang der KI-Transformation – entscheidet sich, wie menschlich und nachhaltig unser digitaler Arbeitsplatz bleibt.

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