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Roboter und KI im Betrieb: Mitbestimmen, Chancen nutzen, Zukunft sichern

Roboter und Künstliche Intelligenz (KI) sind längst keine Science-Fiction mehr – sie gehören heute zur betrieblichen Realität in Deutschland. Ob in der Automobilindustrie, Logistik oder Montage: Viele Unternehmen setzen zunehmend auf automatisierte Systeme, die gemeinsam mit Menschen Aufgaben übernehmen. Dieser technologische Wandel schreitet rasant voran und stellt Betriebsräte vor neue Herausforderungen und Möglichkeiten. Welche Rolle können und müssen Sie als Interessenvertretung der Beschäftigten einnehmen?

Rasante Entwicklung: Roboter werden zum Alltag im Betrieb

Seit dem ersten Industrieroboter 1961 hat sich viel getan. Moderne Roboter sind längst nicht mehr nur starre, vorprogrammierte Maschinen. Sie arbeiten sensorgestützt, kommunizieren mit anderen Systemen und entwickeln durch den Einsatz von KI regelrecht „intelligente“ Eigenständigkeit. In Deutschland kommen derzeit auf 10.000 Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe 415 Industrieroboter – Tendenz steigend. Damit liegt die Bundesrepublik international auf Platz drei hinter Südkorea und Singapur.

Besonders häufig begegnen uns Roboter heute in:

  • der Automobil- und Elektroindustrie,
  • der Verpackungs- und Logistikbranche,
  • bei Montagearbeiten sowie beim Schweißen und Lackieren.

Von Knickarm bis Exoskelett: Ein Überblick über die Vielfalt moderner Roboter

Die Bandbreite der eingesetzten Systeme ist enorm:

  • Gelenk- und Knickarmroboter: Vielseitige Allrounder für komplexe Bewegungen.
  • SCARA- und Delta-Roboter: Spezialisten für schnelle, präzise Montagen.
  • Portalroboter: Ideal für großflächige Transport- und Handlingaufgaben.
  • Kollaborative Roboter (Cobots): Arbeiten direkt mit Menschen zusammen, flexibel und sensibel.
  • Fahrerlose Transportsysteme: Autonome Fahrzeuge für Material- und Bauteiltransport.
  • Exoskelette: Tragbare Unterstützungssysteme zur Kraftverstärkung und Entlastung.
  • Inspektions- und Wartungsroboter: Erhöhen die Sicherheit in gefährlichen Umgebungen.
  • Lackier- und Beschichtungsroboter: Sorgen für gleichmäßige Qualität und Sicherheit.

Mitbestimmung ist Pflicht und Chance zugleich

Die Einführung von Robotersystemen und KI im Betrieb ist meist mit erheblichen Auswirkungen auf Arbeitsabläufe, Arbeitsplätze und sogar das Betriebsklima verbunden. Wichtige Mitbestimmungsrechte ergeben sich nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG):

  • Verhaltens- und Leistungskontrolle (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG): Sobald technische Einrichtungen geeignet sind, das Verhalten oder die Leistung von Beschäftigten zu überwachen, ist Ihre Mitbestimmung zwingend. Dies gilt beispielsweise, wenn Roboter mit Sensoren oder Kameras arbeiten.
  • Arbeitszeit und Ablauforganisation (§ 87 Abs. 1 Nr. 2 und 3 BetrVG): Werden Arbeitszeiten, Schichtpläne oder Pausen durch Roboter beeinflusst, sind Sie als Betriebsrat gefragt.
  • Arbeitsschutz und Qualifizierung (§ 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG): Neue Technik bringt neue Belastungen und Gefährdungen. Hier ist Ihre Einbindung in Gefährdungsbeurteilungen gesetzlich festgeschrieben.
  • Betriebsänderungen (§ 111 BetrVG): Führt der Robotereinsatz zu organisatorischen Veränderungen oder zum Wegfall bzw. massiven Wandel von Arbeitsplätzen, steht Ihnen das Recht auf rechtzeitige Information, Interessenausgleich und Verhandlungen über einen Sozialplan zu.

Darüber hinaus können Sie Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für die Belegschaft proaktiv einfordern, damit niemand von der Entwicklung abgehängt wird.

Blick in die Zukunft: Wohin steuert die Arbeitswelt?

Die Prognosen sind eindeutig: In den kommenden Jahren werden Liefer-, Service- und Assistenzroboter sowie automatisierte Systeme immer mehr Arbeitsbereiche erobern – auch außerhalb der Industrie. Experten erwarten, dass schon in wenigen Jahren smarte Roboter Helfer nicht nur in Fabriken, sondern verstärkt im Alltag auftauchen – von Inspektionsrobotern mit tierischer Gestalt bis hin zu humanoiden Assistenten im Büro oder der Pflege.

Auch kulinarisch wird es futuristisch: Intelligente Küchensysteme, die per Roboterarm Mahlzeiten zubereiten, sind bereits in der Entwicklung.

Fazit: Zukunft gemeinsam gestalten!

Automatisierung und Künstliche Intelligenz eröffnen viele Chancen – bergen aber auch Risiken für die Beschäftigten. Für Sie als Betriebsräte bedeutet das: Engagieren Sie sich frühzeitig, nutzen Sie Ihre Mitbestimmungsrechte und sichern Sie proaktiv Weiterbildung und Qualifizierung. Nur so kann der technische Fortschritt zum Vorteil für alle Beschäftigten gestaltet werden, ohne dass Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen auf der Strecke bleiben.

Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Unterstützung bei der Prüfung von Technikprojekten, der Entwicklung passender Betriebsvereinbarungen oder Qualifizierungsmaßnahmen benötigen. Gemeinsam gestalten wir die Arbeitswelt von morgen – fair, sicher und zukunftsorientiert!

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Geschäftsführer:
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