
Willkommen im Zeitalter der Arbeit 4.0! Die Digitalisierung verändert unseren Arbeitsplatz schneller als wir schauen können – und bringt neben vielen Chancen leider auch neue Belastungen für die Beschäftigten mit sich. Längst ist klar: Ohne Computer, Smartphone oder internetfähige Tools laufen die meisten Jobs in Deutschland nicht mehr. Rund 67 Prozent aller Beschäftigten nutzen inzwischen täglich digitale Technologien – Tendenz steigend. Doch jede Medaille hat zwei Seiten. Neben der Unterstützung durch Technik nehmen auch Belastung und Stress am Arbeitsplatz zu.
Digitale Geräte und Anwendungen sind Fluch und Segen zugleich. Wenn sie einwandfrei funktionieren, können sie Prozesse vereinfachen und den Arbeitsalltag smarter machen. Doch wehe, sie zicken rum! Nicht funktionsfähige Software, ständige Updates, schlechtes WLAN, fehlende Einweisung in neue Tools oder schlichtweg die immer komplexer werdenden Systeme bringen viele an ihre Grenzen.
Häufig entsteht daraus sogenannter Technostress: Das Gefühl, mit den digitalen Anforderungen nicht mehr Schritt halten zu können. Die Informationsflut, zunehmende Kontrollmechanismen und das ständige „Always-on-Gefühl“ schrauben die Stresspegel vieler Beschäftigten nach oben. Und wer bei Künstlicher Intelligenz und Co. noch nicht alle Antworten kennt, ist mit seinen Sorgen nicht allein. Fragen wie „Nimmt mir KI bald meinen Job weg?“ oder „Woher weiß ich, ob die Infos der KI plausibel sind?“ treiben vielen den Puls hoch.
Die konkreten Stressauslöser sind vielfältig. Zu den technischen gehören:
Und auch die Organisation trägt ihren Teil bei. Typische organisatorische Stressfaktoren sind:
Das Ergebnis: Dauerstress, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und in Extremfällen sogar Burnout oder physische Krankheitsbilder.
Das Arbeitsschutzgesetz verfolgt einen klaren Grundsatz: Vorbeugen ist besser als heilen! Das bedeutet konkret, dass Arbeitgeber in der Verantwortung stehen, Belastungen frühzeitig zu erkennen und abzustellen. Hierbei sind Maßnahmen der sogenannten Verhältnisprävention (also die Verbesserung der Arbeitsbedingungen) klar zu bevorzugen, bevor Sie bei individuellen Strategien zur Unterstützung der Beschäftigten ansetzen.
Praktisch heißt das: Betriebsräte sollten auf eine umfassende Gefährdungsbeurteilung drängen, in der Technostress als Risiko explizit berücksichtigt wird. Themen wie Erreichbarkeits-Regelungen, Recht auf Pausen, belastungsarme Gestaltung digitaler Arbeitsmittel oder klare Spielregeln für den Einsatz von KI sind wichtige Punkte für die Mitbestimmung und gehören in jede gute Betriebsvereinbarung.
Mit diesen Hebeln können Betriebsräte aktiv gegen Steuerungsdruck, Überforderung und Technostress steuern und so die Balance zwischen Innovation und gesunder Arbeitswelt halten.
Sie haben Fragen zum praktischen Umgang mit Technostress oder möchten sich und Ihr Gremium gezielt weiterbilden? Wir unterstützen Sie gerne – gemeinsam bleibt Digitalisierung auch für Beschäftigte ein Gewinn!
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